Gentechnik Heilsversprechen (Teil 2)

Seit Jahren verspricht die Gentechnik-Industrie, dass sie mit Hilfe der gentechnisch veränderten Pflanzen den Hunger der Welt bekämpfen könnte – wir berichteten bereits gestern in Sachen ‚Golden Rice‘, dass dies nicht erwiesenermaßen zutrifft. Nun liefert die Initiative ‚Keine Gentechnik‘ neue Argumente.

Mit einem Flyer mit dem Titel „Gute Gründe gegen Gentechnik“ will die Initiative aufklären, informieren und alle Aktiven dabei unterstützen, auf die Probleme der Gentechnik in der Landwirtschaft aufmerksam zu machen. Mit einer E-Mail kann man diesen bestellen und an Freunde, Bekannte und Verwandte weiter geben.

Außerdem hat die Initiative die wichtigsten Neuigkeiten, Aktionen und Informationen zum Thema Gentechnik-Pflanzen für uns zusammen gefasst:

Unrealistische Heilsversprechen über Gentech-Wunderpflanzen

Die Ankündigungen der großen Gentechnik-Konzerne, schon bald könne mit gentechnisch veränderten Nutzpflanzen der Welthunger bekämpft, die Energieversorgung gesichert oder dem Klimawandel begegnet werden, halten nach Analysen des BUND einer Überprüfung nicht Stand.

Eine von der Publizistin Ute Sprenger für den BUND erstellte Studie mit dem Titel „Die Heilsversprechen der Gentechnikindustrie – ein Realitäts-Check“ erbrachte das Ergebnis, dass Gentech-Pflanzen mit den genannten Eigenschaften in absehbarer Zeit nicht zur Marktreife kommen werden.

Honig mit Gentech-Soja und Gentech-Raps

Öko-Test untersuchte 24 Honige aus dem Einzelhandel, neben den üblichen Qualitätskriterien wie kalt geschleudert, Geschmack und Enzymaktivität wurde erstmalig auch auf Anteile von genmanipulierten Pollen untersucht. Das Ergebnis: Fast die Hälfte der Honige enthalten Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen. Dabei handelt es sich in erster Linie um Pollen der weitverbreiteten Gentech-Soja-Sorte Roundup Ready Soja.

Die neue EU-Öko-Verordnung

Zum 1.1.2009 wird die bisherige EU-Öko-Verordnung 2092/91 durch die neue Öko-Basisverordnung 834/20071 und ihre Durchführungsverordnungen abgelöst. Die Anwendung von Gentechnik bleibt weiterhin klar verboten, doch wird das Verbot präzisiert: Weder gentechnisch veränderte Organismen selbst noch aus GVO oder durch GVO hergestellte Erzeugnisse dürfen eingesetzt werden. Es gibt lediglich zwei Ausnahmen. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hat die wichtigsten Änderungen zusammengefasst.

Resümee Genmaisanbau 2008 in Brandenburg

Auf den Feldern in Brandenburg ist der Anbau von Genmais in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr – um knapp zehn Prozent von 1.346 auf 1.244 Hektar zurückgegangen. Er liegt, bei Maisanbauflächen von insgesamt 150.000 Hektar (135.000 Hektar 2007) auf sehr niedrigem Niveau. Damit hat sich der Trend der Vorjahre zum verstärkten Anbau von Genmais erstmals seit 2005 umgekehrt. (Weitere Infos)

Saatguttagung: Wem gehört das Saatgut?

Unter dem Titel „Wem gehört das Saatgut?“ greifen Züchter/innen, Landwirte/innen und Gärtner/innen verschiedene Fragen zum Thema Saatgut auf, diskutieren Gesichtspunkte und Modelle zum Besitz von Saatgut, ihre Möglichkeiten und Grenzen. Es werden Perspektiven entwickelt und Alternativen zur zunehmenden Privatisierung des Kulturgutes Saatgut gesucht.

Aktion: Gentech-Kartoffel mit Cholera-Gen

Die Universität Rostock will von 2009 bis 2012 einen Freilandversuch mit genmanipulierten Kartoffeln in Ostdeutschland durchführen. Die Pflanzen sollen Arzneimittel produzieren, weshalb sie unter anderem Teile des Cholera-Bakteriums enthalten. Das Umweltinstitut München ruft alle Verbraucherinnen und Verbraucher auf, Protest-E-Mails gegen den geplanten Anbau der genmanipulierten Kartoffeln an die Bundesministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ilse Aigner (CSU), zu schicken.

ilona

ist freie Jour­na­lis­tin, Publizistin, Projekt­ma­che­rin und Medienaktivistin. Seit über zehn Jahren schreibt sie Bücher, Blogposts, macht Podcasts, gibt Workshops und hält Vorträge. Zudem begleitet und berät sie öko-soziale Organisationen, Gemeinschaften, Künstler:innen, Kreative und Aktivist:innen bei der ganzheitlichen und nachhaltigen Planung und Kommunikation ihrer Projekte und Bücher.

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