16 Mai 2012

Brasilien geht uns alle an: Der Protest um Belo Monte

Keine Kommentare Frieden & Menschenrechte, Umwelt & Tierschutz

»Count­down am Xingu II« heißt eine neue Protest-Doku über den Bau eines desas­trö­sen Stau­damms (klick auf das Bild, um den Trai­ler zu sehen). 

Was haben wir mit einem Staudamm-Projekt am Ama­zo­nas zu tun? Eine ganze Menge fin­det der Fil­me­ma­cher Mar­tin Keß­ler. Sein Doku­men­tar­film »Count­down am Xingu II« hatte letzte Woche in Ber­lin Pre­miere. Worum es geht und was ihr dabei tun könnt? Lest selbst!

Warum ist Belo Monte schlecht?

Weil der Ama­zo­nas nur wenig Gefälle hat, muss der Belo Monte eine rie­sige Flä­che über­flu­ten, um die geplante Strom­menge erzeu­gen zu kön­nen. Genau gesagt sol­len es 516 Quadrat-Kilometer sein! Land, das der­zeit noch von indi­ge­nen Völ­kern und Fluss­fi­schern bewohnt und bewirt­schaf­tet wird. Mehr als 20.000 Men­schen wür­den ihre Hei­mat und ihre Lebens­grund­lage unwie­der­bring­lich ver­lie­ren, befürch­tet Mar­tin Keß­ler im Gespräch mit fuereinebesserewelt.info.

Aber nicht nur das: Durch die Bau­ar­bei­ten wür­den geschätzte 100.000 Men­schen (Arbei­ter mit ihren Fami­lien) in diese Gegend zie­hen – und nach den Bau­ar­bei­ten auch nicht mehr weg­zie­hen, aller­dings dann arbeits­los sein. Keß­ler befürch­tet des­halb eine Zer­sie­de­lung und soziale Kon­flikte über Jahr­zehnte hinaus.

Dazu kommt, dass der Regen­wald zu gro­ßen Tei­len ein­fach über­flu­tet wird. Das bedeu­tet, dass bei der Zer­set­zung des orga­ni­schen Mate­ri­als (also der Bäume und Pflan­zen) sehr viel Methan frei wird. Und »Methan ist ein wesent­lich schlim­me­res Kli­ma­gas als CO2«, so Keßler.

Warum uns Belo Monte etwas angeht

Ent­ge­gen gel­ten­dem Recht haben die Bau­ar­bei­ten für Belo Monte begon­nen. Aller­dings regt sich nicht nur in Bra­si­lien erheb­li­cher Wider­stand, son­dern immer mehr auch hier in Deutsch­land. »Denn wir ver­wen­den das Alu­mi­nium, das mit Hilfe der in Belo Monte gewon­ne­nen Ener­gie erzeugt wird«, so Keßler.

Das lan­det dann zum Bei­spiel in der Karos­se­rie von Autos. Dann näm­lich sind sie leich­ter und ver­brau­chen nicht so viel Ener­gie – und kön­nen von Deut­schen Auto­bau­ern flux als beson­ders umwelt­freund­lich prä­sen­tiert wer­den. Eine Farce, fin­det nicht nur Keßler.

Der Wider­stand braucht Deine Hilfe!

Denn mitt­ler­weile haben sich 13 NGOs zur Initia­tive »Gegen­strö­mung« (www.gegenstroemung.org) zusam­men geschlos­sen und pla­nen den Pro­test. Sie pro­mo­ten zum einen den Doku­men­tar­film von Mar­tin Keß­ler. Die aktu­el­len Film­vor­füh­run­gen könnt ihr auf der Keß­lers Web­site ein­se­hen www.neuewut.de. Falls ihr euch gegen Belo Monte enga­gie­ren wollt, könnt ihr dar­über hin­aus auch eine Film­vor­füh­rung bei euch in der Stadt organisieren.

Außer­dem bie­ten sie auf der oben genann­ten Web­site Pro­test­briefe an, die ihr an die Ver­tre­ter der deut­schen Unter­neh­men schi­cken könnt, die ent­we­der für Belo Monte zulie­fern (also etwa Maschi­nen oder Ver­si­che­run­gen bereit stel­len) oder vom bereits genann­ten Alu­mi­nium profitieren.

Schließ­lich und end­lich soll am 3. Juni ein Umwelt­fes­ti­val orga­ni­sie­ren. Wer mit orga­ni­sie­ren möchte, kann sich gerne hier melden.

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